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Ab wie vielen Mitarbeitenden macht HR Sinn?

  • Magdalena Gebhardt
  • 17. März
  • 2 Min. Lesezeit

Ab wann braucht ein Unternehmen HR? Einer der beliebtesten Fragen, die ich immer wieder höre. Die kurze Antwort: früher als gedacht. Nicht weil eine HR-Abteilung sofort notwendig wäre, sondern weil Wachstum ohne Struktur schnell teuer wird.


Ab etwa fünf bis acht Mitarbeitenden entstehen Themen, die sich nicht mehr nebenbei lösen lassen. Recruiting dauert länger als geplant. Rollen verschwimmen. Feedback und Kommunikation laufen unkoordiniert. Ab zehn bis fünfzehn Mitarbeitenden wird dieser Zustand spürbar. Ab zwanzig wird er zur Belastung. Und ab dreißig beginnt er, Wachstum aktiv zu bremsen.


Das ist kein Zufall und kein Zeichen von schlechter Führung. Es ist ein strukturelles Problem. Organisationen wachsen in ihrer Komplexität schneller als in ihrer Klarheit. Greiner hat das schon in den 1970ern beschrieben: Unternehmen durchlaufen Wachstumsphasen, die immer wieder von Krisen begleitet werden. Rollenunklarheit, fehlende Prozesse und unkoordinierte Kommunikation zählen zu den verlässlichsten Wachstumsblockern. Baron und Hannan haben dasselbe für High-Tech-Startups gezeigt: Die frühen Entscheidungen darüber, wie eine Organisation aufgebaut wird, prägen ihren Erfolg langfristig.


HR ist in diesem Kontext kein Verwaltungsapparat. Es ist ein Instrument, das Orientierung schafft, bevor Chaos entsteht. Es entlastet Führungskräfte, sorgt dafür, dass Recruiting und Onboarding funktionieren, und gibt Teams einen Rahmen, in dem sie arbeiten können ohne täglich gegen Unklarheit anzukämpfen.


Und genau hier liegt der Unterschied: Wer früh beginnt, HR mitzudenken, legt Grundlagen. Wer wartet, bis Probleme drücken, repariert. Korrekturen sind fast immer aufwendiger, teurer und emotional belastender als Prävention.


Es braucht dafür nicht sofort eine Vollzeitstelle im HR. Aber es braucht bewusste Entscheidungen darüber, wie Rollen definiert sind, wie neue Mitarbeitende ankommen und wie das Unternehmen wachsen soll. Projektbasiert, interim oder schrittweise, das spielt eine untergeordnete Rolle. Entscheidend ist, dass es passiert, bevor die Struktur dem Wachstum hinterherläuft.


Wann habt ihr begonnen, HR mitzudenken? Oder ist es noch nicht passiert?

Lasst uns gemeinsam einen Blick darauf werfen.



Wissenschaftliche Quellen

Greiner, L. (1998): Evolution and Revolution as Organizations Grow. Harvard Business Review. Baron, J. & Hannan, M. (2002): Organizational Blueprints for Success in High-Tech Start-Ups. California Management Review.

 
 
 

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